Das Posturale Tachykardiesyndrom

 

Das Posturale Tachykardiesyndrom (POTS) ist eine Störung des autonomen Nervensystems mit einer Vielzahl verursachender Krankheiten, Ko-Erkrankungen und Erscheinungsbilder. Betroffene sind sehr häufig in ihrem täglichen Leben stark eingeschränkt. Das Leitsymptom dieser Dysautonomie ist die orthostatische Tachykardie, oft begleitet von präsynkopalem Schwindel und Schwäche.

Schon seit 150 Jahren wird POTS unter verschiedenen Namen beschrieben, vermehrt geforscht wurde erst in den letzten 25 Jahren. In Deutschland muss von mind. 400 000 Betroffenen ausgegangen werden. Trotz der großen Anzahl von Betroffenen ist es noch weitgehend unbekannt.

 

Die Patienten können aus den unterschiedlichsten Gründen falsch diagnostiziert werden: verschiedene Grunderkrankungen, uneinheitliche Symptome, Unwissenheit über POTS, falsche Vorstellung zur Häufigkeit, uneinheitliche Bezeichnungen. Bei Patienten mit POTS wird häufig zunächst eine Angst- und Panikstörung, eine Inadäquate Sinus Tachykardie (IST) oder ein Chronisches Fatigue Syndrom (CFS) diagnostiziert, bevor im Durchschnitt nach 6 Jahren die korrekte Diagnose gestellt wird, Folgeuntersuchungen und die richtigen Therapien eingeleitet werden können. 

 

Dieses verursacht hohe Ausgaben im Gesundheitssystem bei gleichzeitig nicht zielführenden und nicht helfenden Therapieversuchen, mit großen Frustrationen bei Patienten und behandelnden Ärzten.

Mayo Klinik: Der Grad der Beeinträchtigung bei POTS ist vergleichbar mit Herzinsuffizienz und chronisch obstrukitiver Lungenerkrankung (COPD).

Nach Diagnose und Therapie erfahren die meisten Betroffenen eine Verbesserung ihrer Symptome, ein Teil wird sogar symptomfrei.  

Diagnose

Kriterien

Bei Erwachsenen ist POTS mit einem Anstieg der Herzrate innerhalb der ersten 10 Minuten nach dem Aufrichten um mehr als 30 Schläge/Min. oder auf mind. 120 Schläge/Min. verbunden, bei 12-19 Jährigen mit einem Anstieg der Herzrate um mehr als 40 Schläge/Min. Der Blutdruck sinkt beim Stehen nicht oder nur wenig ab.

Kipptisch-Test

Die Untersuchung mit dem Kipptisch kann nur in speziellen Zentren/autonomen Laboren (Neurologie, Kardiologie) durchgeführt werden. Sie ist wichtig bei der genaueren Differenzierung des POTS. Bei diesem Test wird gemessen, wie der Körper des jeweiligen Patienten bei leichtem Stress in der Lage ist, Blutdruck und Herzrate zur Aufrechterhaltung des Kreislaufs zu kontrollieren.  
​ 

Schellong-Test

Dieser einfache Test kann in jeder Arztpraxis, sogar zu Hause durchgeführt werden. Benötigt werden eine Uhr und ein Blutdruckmessgerät mit Herzratenanzeige.

Zuerst werden die Herzrate und der Blutdruck nach 30 Minuten Liegen gemessen, dann nach dem Aufstehen und anschließend 10x jede Minute. Beim Stehen darf die Muskelpumpe der Beine nicht aktiv eingesetzt werden, d.h. nicht bewegen.
Als Variante gibt es den NASA-10 Minuten Lean Test. Dabei steht der Patient nicht frei, sondern angelehnt an einer Wand 

 

weitere Diagnosekriterien
  • Die orthostatische Intoleranz (OI) besteht seit mindestens 6 Monaten.

  • Die Symptome verschlimmern sich beim Stehen und werden im Liegen besser (sie müssen im Liegen nicht verschwinden).

  • Andere Ursachen für die Tachykardie, wie Hyperthyreose, akute Dehydratation oder Blutarmut wurden ausgeschlossen.

weitere Symptome

Die Tachykardie bei längerem Sitzen oder Stehen fällt den Betroffenen selten auf, für sie stehen andere Symptome im Vordergrund: Eine längerfristig bestehende Orthostase-Intoleranz mit Herzrasen, Benommenheitsgefühlen, Kopfschmerzen (auch Migräne), Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen und gelegentliche kurze Bewusstseinsverluste. Meist kommt noch eine Reihe weiterer Beschwerden, auch anderer Organsysteme, dazu

Was tun bei POTS?​

Finden und Behandeln

der ursächlichen Erkrankung,

bzw. zusammen auftretender Krankheiten!

Behandlung der durch die Dysautonomie auftretenden Symptome!

Entwicklung neuer Gewohnheiten und einer neuen Lebensstragtegie, um das Leben lebenswert zu leben!